Erinnerungen an meinen Firmpaten, den Lagner Karl
Ich schicke voraus, dass es viel zu erzählen gäbe über unsere Verbindung, die durch deine "Funktion" als Firmpate entstanden ist.
Angefangen vom Bekanntwerden an einem Sonntag-Nachmittag, wie ich mit anderen jungen Feldnern - wie öfters - neben dem Schulhaus Völkerball gespielt habe und du als seltener Unbekannter eine Weile zugeschaut hast. Wie ich dann heimgekommen bin, bist du zu meiner Überraschung bei uns daheim (beim Schneider in Feld), gesessen und als mein Firmpate vorgestellt worden. Erst vor einigen Jahren hab ich von dir erfragt, wie ich mit dir genauer verwandt bin.
Am Firmtag selber - es war ein Samstag und daheim Heuarbeit - bin ich, natürlich zu Fuß und allein, zur Kirche "ins Marktle" gegangen. Du warst damals wahrscheinlich schon Mesner im Matreier "Landdom" und konntest mir als solcher ein besonderes Privileg bieten: Ich durfte nämlich auf der rechten Empore ganz vorne - wie in einer Loge - sitzen; im Gegensatz zu den anderen Firmlingen unten "im niederen Volk". Zur passenden Zeit werde ich dann wohl mit dir die Wendeltreppe hinuntergestiegen sein, um vom Bischof Paulus Rusch das Firmsakrament (mit deiner Hand auf meiner rechten Schulter) zu empfangen. Nach dem feierlichen Gottesdienst machten wir uns beide auf den Weg zu dir heim, zum Lagner in Bichl, wo ich zum Mittagessen eingeladen war. Das war für mich auch ein besonderes Erlebnis, weil ich mitten in eurer mir unbekannten Großfamilie saß. Ich bin damals sonst ja immer nur in Huben "Kirchen gegangen" und kannte deine Familie deshalb nicht. Erst später, als Radlbesitzer, sind mir die Matreier und ihre Kirche gewohnter geworden; besonders die rechte Empore, hauptsächlich wegen ihrer guten Aussicht, besonders "nach Gegenüber".
Unvergessen ist mir auch der Heimweg nach dem Mittagessen, vom Lagner über den "Großen Stoan" nach Brühl usw., mit den Firmgeschenken (Rosenkranz und Gebetbuch) - und zusätzlich - einem Sack mit Kirschen, die bei euch gerade reif waren.
In den folgenden 2 - 3 Jahren, die ich noch daheim war, hast du den Kontkt jedenfalls insofern aufrecht gehalten, indem ich von dir zu Ostern eine gebackene Henne (kein Backhenndl) vom "Klompererbäck" bekommen habe.
In meiner auswärtigen Schulzeit wird es dann kaum Kontakte gegeben haben, aber in meinen ersten Lehrerjahren in Prägraten werden wir uns beim Kirchengehen in Matrei sicher getroffen haben. Später, in unserem Haus in meiner neuen Heimat Gaimberg, hast du uns sogar einmal besucht. Einige Male hab ich dich in deinem Haus besucht und manchmal mit einem kleinen Ausflug verbunden. Ich war inzwischen in ein Alter gekommen, in dem man sich meist mehr für die Vergangenheit interessiert, und dafür warst du ein besonders geeigneter Gesprächspartner. Beim Bachleitner konnte man dich zu bestimmter Zeit treffen, wobei wir allerdings wegen unseres schlechten Gehörs ungewollt auch andere Cafe\'-Besucher unterhalten haben werden. Bei meinem letzten Besuch warst du nicht anzutreffen, obwohl alle Türen des Hauses offen waren. Das zeigte aber typische Charakterzüge von dir, nämlich Ehrlichkeit und Vertrauen, was du auch von anderen erwartet hast. Was dich aber besonders ausgezeichnet hat, war deine - in matreierischem Sinn - "feine" Art. So wirst du mir vorbildhaft in Erinnerung bleiben.
Dein "Patenkind", der Schneider Franz
Wenn meine Kräfte mich verlassen,
die Hände ruhn . Ich hab\'s geschafft!
Weint nicht um mich, gönnt mir die Ruh
mein Leben ist vollbracht !
Und wenn ihr an mich denkt,
seid nicht traurig ! Erzählt lieber von mir
und traut euch ruhig zu lachen!
Lasst mir den Platz zwischen euch so wie
ich ihn im Leben hatte .
Seht nicht auf das Leben dass ich beendet habe , sondern auf das was ich beginne !
Liebe Trauerfamilie !
Enka Karl isch a überaus freundlicher Mensch gewesen und sei liebevolle Art isch a Grund ihn nie zu vagessn !
Lieba Karl ruhe in Frieden !
Unser aufrichtiges Beileid !
Liebe Familie Berger!
Wer im Leben seine Pflicht erfuellt,
Wer anderen Menschen Gutes tat,
dem ist der Weg ins Jenseits leicht.
Aufrichtige Anteilnahme entbietet
Norbert Heinz mit der Kameradschaft Matrei.
Lieber Karl,
in Hintamarktlin wat min di vamissn,
mia sogen vagelts Gott fia olls, nun Ruhe in Frieden!
Karl hab Tausend Dank für dein Wissen, dein Zeigen, deinem Erzählen, deinem Zuhören, fa de Kreuzlin fa de kinda und no viiieeeellllen mehr, der Himmel sei dein Lohn
Du wirst uns allen in Marktlin fehlen.
An alle die um Karl trauern!
Das einzig wichtige im Leben
sind die Spuren
die wir hinterlassen wenn wir weggehen.
Der Mesner Karl hat uns unzählige Spuren vorgezeigt welche im Leben wichtig sind.
Vergelts Gott Karl für alle guten Werke!
In Verbundenheit mit allen Trauernden
Gosser Peter mit Hanne, Wolfgang und Elaine
Lieber Karl,
hab tausend Dank für deine Freundlichkeit und deine feine und güetmoanintige Art. Wir alle werden dich im Hintermarktlin sehr vermissen.
Ruhe in Frieden!
Familie Henna