Lieber Herr Altendorfer!
Vor langer Zeit war ich Ihre Schülerin.
Sie zeigten mir Grenzen auf, welche ich regelmässig überschritt.
Ich begegnete Ihnen oftmals mit unüberlegter Überheblichkeit, und Sie begegneten mir stets mit sachlicher Kompetenz, in Würde, auf Augenhöhe, in unendlicher Geduld.
Ich schlief in Ihrem Unterricht ein und träumte von Goethe, und Sie sahen über meine selbst produzierte Müdigkeit hinweg und begegneten mir immer noch sachlich kompakt, freundlich und gelassen.
Als ich mich weigerte, bei Ihnen eine Schularbeit zu schreiben, nahmen Sie es mit Gelassenheit hin und akzeptierten meine Fehlstunden.
Sie brachten mir bei, dass ein Stabreim wichtig ist, um Aneinanderreihungen des Lebens zu erkennen.
Sie brachten mir bei, dass man mit einem Minnelied alleine keine Höhenflüge in der Literatur erreicht, sondern nur mit einem scharfen Verstand, einem reinen Herzen, einer gesunden Seele, und mit Hilfe der Deduktion.
Sie zeigten mir, dass Ironie und Sarkasmus in tiefster Verzweiflung wahre Helfer sind, welche zum Ziel führen, und so lernte ich, das Leben mit Humor zu nehmen.
Sie waren für mich nicht nur einer der besten Lehrer, sondern ein Lehrmeister fürs Leben.
Ruhen Sie in Frieden. Sie waren ein wunderbarer Mensch.
Elisabeth Putz
Lieber Professor Altendorfer!
Viele Gedanken und Erinnerungen sind mir heute bei deinem Begräbnis durch den Kopf gegangen. Obwohl meine Schulzeit am MUPÄD schon 50 Jahre zurückliegt, kann ich mich noch an so manche Episode erinnern. Von der Volksschuloberstufe kommend und nicht gerade mit viel Selbstvertrauen ausgestattet, war die Note "Gut" in der 1. Deutschschularbeit beim gestrengen Prof. Altendorfer ein Schlüsselerlebnis für meinen weiteren Schul- und Berufsweg. Dafür werde ich dir zeitlebens dankbar sein.
Du hast mit deiner Begeisterung für die Literatur auch in mir die Freude an der Schönheit der Literatur geweckt.
Dass du mir Jahre später das Du-Wort angeboten hast, war für mich eine große Ehre.
Nun wünsche ich dir einen feinen Platz neben Goethe, Schiller, Grillparzer und all den Größen der Poesie und Literatur.
Lieber Herr Altenforfer
Es ist schon einige Zeit her, dass wir
uns fast täglich beim Maria Trost
Weg getroffen haben. Die Gespräche
mit Ihnen waren immer sehr interresant
und aufschlussreich. Der Familie mein
aufrichtiges Beileid und Ruhe in Frieden
Liebe Martha, lieber Andreas!
Geschätzte Trauerfamilie!
Fred ist heimgegangen zu Christian, der ihm schon vor Jahren vorausgegangen ist. Die erste Reaktion von mir war erschrecken, aber nach längerem Nachdenken war es sicherlich für alle eine Erlösung.
Fred habe ich – als Ableger deiner Matreier Verwandtschaft – immer als sehr interessanten Gesprächspartner erlebt. Mit ihm konnte man sich über Geschichte, Kunst, Literatur unterhalten. Aber genauso interessiert war er an den ganz normalen Alltagsproblemen. Besonders herrlich war sein zeichnerisches Können. Mit wenigen Strichen konnte er eine gezielte Aussage treffen.
Euch allen wünsche ich viel Kraft für die Trauerzeit.
Klaus Steiner mit Eva Eder
Lieber Fred!
50 Jahre ist meine Schulzeit bei Dir nun her, aber es kommt mir vor, als ob es gerade erst gewesen wäre.
Mit den Beistrichen kämpfe ich immer noch, wie im Maturaaufsatz. Vielleicht wäre ich fleißiger beim Lernen gewesen, wenn ich gewußt hätte, wie dringend ich das Wissen einmal brauchen werde. Ich stelle mir vor, wie interessant es nun für Dich ist, alle großen Schriftsteller persönlich kennenlernen zu können. Mit Goethe über den Faust zu diskutieren und sich bei anderen für die Inspirationen zu bedanken.
Bitte auch in meinem Namen.
Ich weiß nicht ob es Notenkonferenzen gibt, dort wo wir hingehen und ob wir noch einmal nach unseren Hausaufgaben gefragt werden. Ein Lob wird es wahrscheinlich nur geben, wenn wir viele gute Aufsätze über die Schönheit der Welt, Freude und Liebe geschrieben haben.
In nachdenklicher Erinnerung und tiefem Mitgefühl mit Deiner Familie. Elisabeth