Liebes Moidele,
wenn wir uns an dich erinnern, erfüllen uns Freude und tiefe Dankbarkeit. Was für ein Glück, dass wir dich kennen durften und sehen konnten, wie du dein Leben gelebt hast! Dein Ordensname Klara bedeutet „die Strahlende“, „die Leuchtende“ – ein klarer Fall von Nomen est omen! Du hast uns Liebe, Tatkraft, Respekt und deinen Glauben vorgelebt. Deine stille Kraft wird bei uns bleiben, auch wenn du nun vom Klaraheim in das Haus des Herrn umgezogen bist.
Wir haben so viele schöne Erinnerungen an dich: Wenn du in Innervillgraten zu Besuch warst, bist du nicht gegangen, sondern gelaufen. Denn alle wollten dich sehen, und so hast du Freund:innen und Familien von Kalkstein bis Grafer besucht. Aber wenn du dann bei uns warst, warst du wirklich DA: Du hattest Zeit, warst offen und zugewandt, hast zugehört und dich nach allen erkundigt.
Ein Lächeln ins Gesicht zaubert uns allen bis heute die Erinnerung an das Autofahren mit dir: Kaum eingestiegen, hast du begonnen, für eine sichere Fahrt zu beten. Und überhaupt: Dein Leben lang hast du für uns alle gebetet, und oft haben wir uns allein durch diese Gewissheit getragen und beschützt gefühlt.
Nie hast du vergessen, uns zu jedem Anlass eine wunderschöne Karte mit deinen Wünschen zu schicken – aus jeder Zeile sprach dein tiefer Glaube, den du anderen niemals aufgedrängt, aber immer vorgelebt hast. Und als wäre das nicht Geschenk genug, hast du uns auch immer kleine Aufmerksamkeiten mitgebracht oder geschickt. Selbst im Klaraheim, wo du die letzten Jahre verbracht hast und wunderbar umsorgt wurdest, hast du deine Betreuer:innen angewiesen, die Geschenkelade immer reich gefüllt zu halten.
Vergelt’s Gott, liebe Tante Moidele, für dein Vorbild, deine Gebete und dein offenes, frohes Sein, das uns immer so beeindruckt hat. Wir werden dich vermissen und in liebendem Andenken behalten!
Deine Nichten
Anna und Evelyn